Hunter x Hunter (2011) Review

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„Hunter x Hunter (2011)“ ist einer der beliebtesten Anime weltweit. Nicht grundlos wird die Serie als Meisterwerk betitelt und erntet glorreiche Lorbeeren. Im folgenden Review erläutere ich detailliert, weswegen.

Handlung:

Hunter – eine weltweit hoch angesehene Art von gut ausgebildeten Kämpfern, welche sich Gefahren aussetzen, die kein normales Lebewesen überleben könnte. Sie gehören zur Elite der Menschheit. Hunter reisen durch die Weltgeschichte, um ihren eigenen Interessen nachzugehen, helfen dabei aber auch anderen Menschen, Dörfern, Städten oder gar der ganzen Welt.

Gon Freecss – zu Beginn 12 Jahre alt – hat sich bereits im frühen Alter in den Kopf gesetzt, ein Hunter zu werden. Die Motivation dazu ist in Gon durch seinen Vater Gong Freecss herangewachsen, welcher seinen Sohn als sehr kleiner Junge zurückließ, um sein Hunter-Dasein ausleben zu können. Gon möchte seinen Vater finden und begibt sich somit auf eine faszinierende Reise.

Um sich selbst  als Hunter bezeichnen zu können, muss zunächst eine nur schwer zu meisternde Hunter-Prüfung erfolgreich abgeschlossen werden, welche einmal jährlich stattfindet. Gon lernt auf seinem Weg zum Prüfungsort seine drei besten Freunde kennen:

  • Leorio Paradinight: zu Beginn 19 Jahre alt
  • Kurapika: zu Beginn 17 Jahre alt
  • Killua Zoldyck: zu Beginn 12 Jahre alt

Gemeinsam stürzen sich die vier Freunde in eine unbekannte Welt, um ihren eigenen Träumen hinterherzujagen. Dabei lernen sie eine Vielzahl an freundliche sowie gefährliche Menschen und Kreaturen kennen, werden stärker und entdecken Orte, welche sie sich in ihren Träumen nicht hätten vorstellen können. Orte, welche auf ihre eigene Art und Weise bezaubern können. Aber auch Orte, an welchen das Zögern von nur einer Sekunde bereits über Leben und Tod entscheiden kann.

Um die Aufgaben, welche sich ihnen auf dem Pfad zu ihren Zielen in den Weg stellen, meistern zu können, trainieren sie. Sie trainieren und kämpfen. Sie kämpfen und setzen dabei ihr eigenes kostbares Leben auf’s Spiel. Sie setzen ihr Leben auf’s Spiel, um Kreaturen besiegen zu können, welche abartig, grausam und unfassbar stark sind. Das alles, um ihren Träumen nachjagen zu können.

Gon Froh


Charaktere:

Hunter x Hunter (2011) ist eine Serie, in welcher sehr viele, individuelle Charaktere im Laufe der kompletten Handlung vorgestellt werden. Jeder dieser Charaktere hat seine Eigenheiten und ist entweder sehr sympathisch, oder genau das Gegenteil – die Antipathie ist jedoch beabsichtigt. Beim Voranschreiten der Geschichte vergeht nicht nur die Zeit. Es ändern sich nicht nur die unzähligen Panoramen. Die Charaktere werden erwachsener und entwickeln sich emotional weiter. Neue Interessen entstehen, innere Werte werden durch gravierende Geschehnisse geprägt und schlussendlich bilden sich durch die Reise unzählige neue Weltanschauungen.

Dadurch, dass einem jeden Charakter seine eigene Geschichte, seine Vergangenheit, Gegenwart sowie Zukunft, zuzuordnen ist, erscheinen diese authentisch. Die Antagonisten möchten nicht grundlos Menschen töten, sondern folgen ihren Instinkten, ihren Träumen, entstanden durch den sogenannten Nihilismus, welcher sich in der Entwicklung ihres Lebens definiert hat.

Die einzelnen Protagonisten und Antagonisten, sowie Nebencharaktere werden mit einer derartigen Liebe zum Detail und Persönlichkeit beschmückt, dass man von keiner dieser Personen (oder auch Kreaturen) loslassen möchte. Und doch weiß man nie, wer als nächstes gehen wird – für immer.

Gon Freecss

Gon FreecssGon ist ein aufgeweckter, abenteuerlustiger und gutherziger Junge, dessen positive Ausstrahlung Menschen um ihn herum zu prägen weiß. Trotz seiner Größe sollte man ihn aber nicht unterschätzen. Durch seinen großen Ehrgeiz öffnen sich ihm alle Türen der großen, weiten Welt. Neben seinem Ehrgeiz sind weitere definierende Eigenschaft seine Freundlichkeit sowie Gelassenheit. Gon scheint sich mit einem Jeden anfreunden zu können. Doch: durch seine Leichtgläubigkeit begibt er sich das eine oder andere Mal blind links in Gefahr. Und auch durch seine Ungeduld, die nur zu gut zu seinem Charakter als lebendiger Junge passt, kommt er des Öfteren in eine unangenehme Situation.

Sein großer Wunsch ist es, seinen Vater, welcher Gon im frühen Alter bereits verlassen hat, zu finden. Hinweis für Hinweis kommt er seinem Ziel näher, wird jedoch von unzähligen Herausforderungen geprüft.

Gon ist ein wahrer Freund. Er würde sich für das Wohlergehen seiner Freunde ohne zu zögern aufopfern. Durch diesen geprägten Freundschaftssinn kann er selbst als kleiner Junge eine sehr große Leistung im Kampf sowie im Leben erbringen. Muskeln sind nicht alles, auch Köpfchen gehört dazu.

Killua Zoldyck

KilluaKindliches Aussehen, freundliches Gesicht, ungefährliche Ausstrahlung… dies sind Eigenschaften, welche man als Fremden von Killua wahrnimmt. Als Freund von ihm, wie zum Beispiel Gon, begegnet man diesen Eigenschaften auch, mehr oder weniger. Doch ein Unbekannter, welcher auf Killuas Abschussliste steht, wird eines besseren belehrt. Killua ist der Sohn eines Assassinen. Seine Familie, Zoldyck, ist in der ganzen Welt bekannt und gelten als gefährliche Mörder. Sie sind Killer, welche mit Hilfe des Schattens und der Tarnung ihre Ziele blitzschnell ausschalten können. Und Killua weiß diese Fähigkeiten umzusetzen.

Mordlüsterne Augen, blutüberströmtes Gewand, gefährliche Bewegungen und das Wissen, ein Leben zu beenden. Sich Killua als Feind zu machen, ist unklug.

Doch diese Fähigkeiten bringen auch Schmerz, Leid und Trauer mit sich. Seine gesamte Kindheit musste hinter verschlossenen Türen im Wohngebiet seiner Familie verbringen. Sieht er fremde Menschen, sind sie meist seine Ziele. „Freund“ spricht sich für ihn in eine Sprache, welche er noch nicht gelernt hat.

Doch bei seiner Hunter-Prüfung lernt er Gon kennen, welcher sich von seinen absolut meisterhaften und gefährlichen Fähigkeiten nicht einschüchtern lässt. Schon bald umschließt die beiden ein Band der Freundschaft, welches man nicht zu zerreißen vermag… oder doch?

Durch seine dunkle Vergangenheit konnte er den für ihn bestimmten Sinn des Lebens nicht finden. Sein Traum, sein Wunsch, ist es, diesen Sinn zu finden. Er schließt sich Gon an, um irgendwo auf der langen Reise seiner Bestimmung zu begegnen.

Killua lernt während der Reise den Wert eines Lebens kennen. Er lernt es, den Tod zu fürchten. Und auch, was es bedeutet, geliebt zu werden.

Leorio Paradinight

Leorio ParadinightDer wohl tollkühnste Mann der Geschichte. Stark wie ein Bär. Schlau wie ein Fuchs. Anmutig wie eine Gazelle. Graziös wie ein Adler. Und ein Angeber, wie kein anderer. Seine gesamten Fähigkeiten verteilen sich über sein vorlautes Mundwerk. Seine Stimme ist meilenweit hörbar. Sein Auftreten ist sehr professionell, gut geschauspielert, doch steckt hinter seinen Worten meist bloß heiße Luft. Und dennoch, sein Ehrgeiz lässt ihn Taten vollbringen, welche man nicht für möglich gehalten hätte.

Leorio ist kein Kämpfer. Dennoch unterstützt er seine Freunde bei jeglicher Gefahr. Er ist mehr der Typ, der aus dem Hintergrund aus operiert und sich nicht zu einem Zweikampf herausfordern lässt. Doch gibt es keinen anderen Ausweg, würde er selbst einen nicht gewinnbaren Kampf eingehen und sein Leben dabei riskieren.

Zunächst scheint er ein geldgieriger Möchtegern zu sein, doch erkennt man recht früh, dass sein Kern reichlich mehr an Tiefe bietet. Sein Wunsch ist es, Doktor zu werden, da er einst einen guten Freund an einer Krankheit verloren hat.

Auch wenn Leorio sehr überspitzelte Lügengeschichten verbreitet, so wissen wir alle, dass auch ein Fünkchen Wahrheit dahinter steckt.

Kurapika

Kurapika Hunter x HunterKurapika ist ein Mitglied des Kurta-Clans, welcher aufgrund ihrer scharlachroten Augen weltweit bekannt ist. Aktuell ist Kurapika der letzte Überlebende seines Stammes, denn die kriminelle Gruppe namens „Phantom Troupe“ hatte Jagd auf seinen Clan gemacht. Die Menschen wurden kaltblütig ermordet, die Augen gestohlen und für viel Geld auf dem Schwarzmarkt verkauft. Aus diesem Grund ist Kurapikas einziges Ziel, Rache für seine Familie und Freunde zu nehmen. Er möchte ein Kopfgeld-Hunter werden.

Kurapika ist eine introvertierte, ruhige Person, welche nur selten etwas über seine eigenen Gefühle und über seine Emotionen zu erkennen gibt. Durch die Gräueltaten, mit welchen er bereits als kleiner Junge konfrontiert worden ist, hat er sein Herz verschlossen. Sein Herz wird von purem Hass und von Wut angetrieben.

Seine Persönlichkeit wirkt nach außen hin als ruhig und rational denkend, unter anderem weil er in jeglicher Stresssituation einen kühlen Kopf bewahrt. Selbst seinen Freunden gegenüber scheint Kurapika distanziert zu sein, welches auf das kindheitliche Trauma zurückzuführen ist.

Doch auch Kurapika hat seine Schwächen. Sollte im Munde einer anderen Personscharlachroten der Kurta-Clan beschimpft werden, sieht er wortwörtlich rot. Seine Augen verfärben sich aufgrund seiner unhaltbaren Emotionen zu einem atemberaubenden, nach Blut dürstendem Rot. Sein Auftreten wird bedrohlich. Er verliert sein rationales Denken, seine Hände gieren nach Mordtat. Die Dunkelheit in seinem Herzen gewinnt die Oberhand.

Antagonisten

Neben den unzähligen Protagonisten und gutmütigen Nebencharakteren gibt es natürlich auch die Antagonisten, welche in „Hunter x Hunter (2011)“ ihrer Betitelung definitiv gerecht werden.

Ein jeder Antagonist blüht in seiner Rolle regelrecht auf. So nehme man als Beispiel Hisoka. Trotz seines clownänhlichen Aussehens ist mit ihm nicht zu Spaßen. Er weiß, was er möchte. Er weiß, wie er es erreicht und er weiß ebenfalls, wann er töten muss. Keine Sekunde würde Hisoka zögern, um seine Ziele zu erreichen und entledigt sich dabei jeder Person, die wahnsinnig genug ist, sich ihm in den Weg zu stellen. Seine verrückte und undurchsichtige Art lässt ihn sympathisch, zeitgleich aber auch bedrohlich und böse erscheinen. Sein Lächeln nur eine falsch aufgesetzte Mimik? Sein gutes Zureden nur eine weitere strategische Planung seines blutigen Daseins?

Hisoka

  • Meiner persönlichen Meinung nach hat der „Chimera Ant Arc“ einer der besten Handlungsbögen von Hunter x Hunter (2011) und auch überhaupt. Der Grund dafür ist unter anderem die einmalige Art der Erzählungsweise der Geschichte. Von Folge zu Folge wird sich Zeit gelassen, um inhaltlich das Bestmögliche wiederzugeben. Die Kämpfe sind unschlagbar spannend gestaltet, die Story ist unvorhersehbar und die Atmosphäre ist atemberaubend. Vor Aufregung konnte ich stellenweise nicht mehr ruhig sitzen bleiben.

    Ein weiterer und sehr ausschlaggebender Punkt, weswegen es mir genau dieser Arc so angetan hat, sind die Antagonisten.

  • Um nicht zu spoilern, gehe ich nicht genauer auf die Lebewesen ein, möchte jedoch eine besondere Kreatur herauspicken: Sein Name ist (Achtung, wird im Anime erst gegen Mitte der Handlung verraten):

    Chimera arcIch habe bisher noch in keinem Shōnen -Anime eine derartig unvorhersehbare, perfekt umgesetzte, glaubwürdige und traurige Charakterentwicklung in nur einem einzigen Arc miterleben dürfen. Zu Beginn habe ich diese Kreatur gehasst. Die grausamen Taten seinerseits haben mir mein Herz gebrochen. Und doch hat mein gebrochenes Herz zum Ende hin seine Taten, seine Art der Exekutive, sein Dasein verstanden und gelernt, ihm mehr als nur Sympathie entgegenzubringen.

    Sein Aussehen ist wahrhaftig majestätisch. Sein Charakter dunkler und tiefer als der Ozean und definierter als die Definition selbst. Er ist nicht ohne Grund einer meiner Top-Favoriten, wenn es um Antagonisten, aber auch um Charaktere geht.

    Der wohl absolut emotionalste Soundtrack der Serie ist meines Erachtens das Theme des Ameisenkönigs. Eine emotional grenzenlose Melodie. Der Name lautet „Understanding“.

    [Meruem zu Netero] Ich wurde als König der Ameisen geboren, die krönende Herrlichkeit des Lebens. Alle Geschöpfe deiner Art haben sich nur entwickelt, um mich zu erschaffen. Ich bin der Höhepunkt aus Generationen von bedenklosem Dienen. Du bist einer von vielen und kein König. Natürlich könntest du nie gewinnen! Die Ökologie der Chimera-Ameisen hat sich auf den Endpunkt aller Evolutionen fokusiert… auf mich. Die Menschheit mit ihrer schmutzigen Vielfalt… ihrer Individualität… hatte niemals eine Chance.


Animation:

Für die Produktion des Anime war das Studio „Madhouse“ zuständig, welches auch für Werke wie „Black Lagoon“, „Death Note“ oder „Btooom!“ verantwortlich gewesen ist.

Die Animation der Serie, trotz der Überlänge, ist konstant von Anfang bis Ende ein Augenschmaus. Nicht nur auf die farbenfrohe, abwechslungsreiche und lieblich gestaltende Umgebung und Hintergründe wurde geachtet, sondern auch auf Licht- und Schatteneffekte, Gesichtsausdrücke sowie auf eine flüssige Bewegungen bei Kämpfen.

Hunter x Hunter 2011 hisoka

Vor allem bei den Gesichtsausdrücken kann man sehr eindeutig die Emotionen der Charaktere erkennen. So sieht man durch Mimiken etwa Wut, Schmerz, Trauer, Fröhlichkeit, Eifersucht, Nachdenklichkeit, Verwirrtheit und weitere emotionale Zustände. Auch wird dadurch der Charakter basierend auf sein animiertes Erscheinen lebendiger gestalten. Unter anderem ist der Antagonist Hisoka durch sein schräges Lachen, sein fieses Grinsen und sein abgedrehtes Auftreten ganz klar als ein Psychopath zu erkennen.

Selbst bei Kämpfen mit einem schnellem Schlagaustausch ist die Qualität der Animation durch ihre Flüssigkeit und Klarheit toll umgesetzt worden. Man starrt nicht verwirrt auf eine Kampfszene, sondern kann den taktisch gestalteten Auseinandersetzungen folgen.

Die etwas intensive Farbwahl kann den einen oder anderen Zuseher zu Beginn doch abschrecken, vor allem, wenn man den Vorgänger „Hunter x Hunter“ kennt. Doch die farbenfrohe Animation passt zu einer abenteuerlichen Geschichte, welche in einer Welt mit vielen verschiedenen Facetten stattfindet. Die Umgebung ist lebhaft, die Charaktere sind einzigartig und die Animation ist optimal darauf abgestimmt.

Gon und Killua


Sound:

Das Opening namens „Depature!“, gesungen von „Masatoshi Ono“, ist von der ersten Folge an bis zur aller letzten Folge zu hören. Lediglich der Text ändert sich stellenweise und passt sich den Arcs der Serie an. Die Lyrik passt sehr gut zum Anime und spiegelt den Inhalt in einem Lied wieder. Zu Beginn einer jeden Folge wird die typische „Hunter x Hunter (2011)“-Atmosphäre durch das Opening vermittelt. Der Song ist toll gesungen und untermauert das große Potenzial der Serie.

Die Anzahl an Endings beläuft sich insgesamt auf sechs Stück. Endings wie „Hunting for your Dream“, „Reason“ oder „Nagareboshi Kirari“ bieten nach einer erlebnisreichen Folge das richtige Gefühl, um die Geschehnisse Revue geschehen lassen zu können.

Es gibt eine große Variation an Soundtracks. Sie werden zu passenden Zeitpunkten wiedergegeben, um emotionale Bindungen, Gefahr, Kampf, Hoffnung, fröhliches Miteinander, Angst, Macht und weitere Situationen musikalisch zu begleiten. So startet beim Erscheinen einer übermächtigen Kreatur ein Musikstück, welches die Bedrohlichkeit und Stärke dieser mitteilt. Aber auch für traurige Momente, zum Beispiel beim Tod einer geliebten Person, wird der innerliche Schmerz der Hinterbliebenen durch einen wunderschönen Klang in Form von Musik widerspiegelt.

Beispiele von guten OST (Original Soundtrack) sind unter anderem:

  • Legend of the Martial Artist
  • The last Mission
  • Hegemony of the Food Chain
  • Kujira Shima Yori
  • Riot

Bei der originalen Synchronisation (japanisch) haben sich die Synchronsprecher enorm viel Mühe gegeben. Ein jeder Charakter hat seine Stimme, die zum Aussehen sowie persönlichem Erscheinen harmoniert. Situationsbedingt können die Charaktere von einer kindlichen und harmlosen Stimme beim Sprechen zum qualvollen, schmerzerfüllten Schreien oder zum aggressiven  Beschimpfen wechseln.

  • ZweNeferpitoui meiner liebsten Soundtracks sind „The Puppeteer“ und „To give a Marionette Life“. „The Puppeteer“ ist, verglichen mit anderen Soundtracks der Serie, ein doch gewöhnlicher OST. Doch er ist das Theme zum Antagonisten Neferpitou, ein durch und durch aufregender Charakter. Die bedrohliche, angsterfüllende und außergewöhnliche Melodie baut die Spannung zu den Szenen mit Neferpitou absolut ekstatisch auf. Die Musik passt unbeschreiblich gut zu Neferpitou’s Charakter. Bereits beim Klang der düsteren Melodie kombiniert mit dem Auftreten von ihr bekommt man Herzrasen und befürchtet das Schlimmste.

    „To give a Marionette Life“ spiegelt die Schwere ihrer Verbrechen wider und zeigt den Schmerz der Hinterbliebenen mit einem Meisterwerk von einer Melodie.

    Der Charakter Neferpitou gehört für mich zudem neben dem Ameisenkönig zu einer weiteren Meisterleistung eines erfundenen Antagonisten.


Unterhaltung:

Hunter x Hunter (2011) beginnt bereits nach nur sehr wenigen Folgen mit einer fessendeln Story, welche sich von diesem Zeitpunkt an bis zum Ende auf einem sehr hohen Niveau hält. Trotz eines Anime mit einer großen Folgenanzahl, bietet die Serie genug Abwechslung und eine imponierende Story.

Einer der gravierenden Punkte, welcher die Serie einzigartig und erfrischend neu erscheinen lässt, ist, wie Konflikte gelöst werden. Es wird selten bis gar nicht blind drauf los gekämpft, mit dem Ziel, seinen Gegner zu ermorden. Konflikte werden mit Spielen und Herausforderungen wie zum Beispiel „Armdrücken“, „Völkerball“ oder „Kartenspiele in einer virtuellen Welt“ gelöst. Die Spannung, die dabei aufgebaut wird, ist mindestens einem mitreißendem Kampf gleichzustellen. Bei keinem dieser Wettkämpfe ist absehbar, wer als Gewinner aus einer Streitigkeit schreitet.

Natürlich werden auch genügend Kämpfe ausgefochten. Dabei ist reine Stärke nicht das Wichtigste. Köpfchen, also strategisches Denken, wird in dieser Serie wichtiger gewertet. So kann der unterlegene Mensch die übermächtige Kreatur mit gut durchdachten Taktiken besiegen, obwohl er rein körperlich unterlegen wäre. Dadurch wird der Spannungsfaktor bis ans Limit gereizt, denn ein falscher Schritt kann über Leben oder Tod entscheiden.Hunter x Hunter 2011 Gon happy peace

Die erfolgreiche Anime-Serie deckt neben Action und spannenden Momenten sehr viele weitere Punkte ab. Zum Beispiel wird viel Herz in die Geschichte der Charaktere gesteckt. Stirbt eine Person oder Kreature bzw. passiert diesem Lebewesen etwas schlimmes, trauert und leidet man selbst mit. Emotionale Szenen werden mit toller Musik, mit einer super Animation und mit einem einfühlsamen Aufbau zum schlussendlichen Klimax geführt.

Der Humor des Anime verdient ebenfalls Anerkennung. Oft muss man wegen Witzen oder ungewöhnlichen und merkwürdigen Szenen einfach auflachen und kann das gerade eben Geschehene vor Absurdität nicht fassen. Die teilweise düstere Stimmung und gewaltvollen und traurigen Szenen werden durch spaßige Momente wieder aufgelockert und zu einer angenehmen Ebene geführt.

Besonders toll ist der Fakt, dass keine Filler während des kompletten Anime ausgestrahlt worden sind. Dadurch kommt man in jeder Folge mit großen Schritten den Enden der verschiedenen Arcs entgegen. Man konzentriert sich dabei auf das Wesentliche und deckt in den 148 Folgen eine große Menge an Inhalt ab.

Der wohl größte negative Kritikpunkt zur Serie, welcher auf unzähligen Foren und in vielen Reviews bereits erwähnt worden ist, umfasst die Geschichte und den langsamen Progress des „Chimera Ant Arc“. Bis zu dieser Handlung wird zügig von Ereignis zu Ereignis erzählt, wobei das Tempo genau richtig ist, um durchgehend Interesse erwecken zu können. Doch nach Beendigung von „Greed Island“ wird das Tempo ein wenig gezügelt. Es entsteht ein langsamerer Storyaufbau, die Dialoge werden länger, die Vorbereitungen zu Kämpfen werden genauer beschrieben, die Umstände detailierter erklärt und so weiter. Inhaltlich gesehen umfasst der „Chimera Ant Arc“ eine umfangreiche Story. Der Kritikpunkt fokusiert sich aber auf die Schnelle der Progression in den einzelnen Folgen.

Was der besagte Arc durch die etwas langsamere Erzählung der Geschichte mit sich bringt, ist eine noch größere Verbundenheit zu den vorkommenden Charakteren. Der Aufbau zum Klimax ist präzieser. Der Höhepunkt ist trotz großer Kritik der Handlung ein meisterhafter Erfolg.

Killua traurigDie Serie verteht es, seine Zuseher von Beginn an zu fesseln. Man hat Spaß daran, Gon und seine Freunde auf einer einzigartigen Reise begleiten zu können. Die Story ist erfrischend neu und bietet viele unerwartete Wendungen. Es gibt zahlreiche Gänsehaut-Momente, wie auch Szenen, in welchen die Tränen fließen – ob nun vor Trauer oder sogar vor Freude.


Fazit / eigene Meinung:

„Hunter x Hunter (2011)“ ist ein absoluter Must-See. Ein Anime mit einem derartigen Niveau in jeglicher Hinsicht, ist eine wahrhaftige Seltenheit.

Die Geschichte baut sich zu Beginn zügig auf. Zunächst ist klar absehbar, was Gon, der Protagonist der Serie, erreichen möchte. Doch auf der Reise nach der Erfüllung seines Wunsches, stellen sich viele Hindernisse in Gons Weg. Und jedes Hindernis bringt eine neue exzellente Geschichte mit sich, die einzigartig, erfrischend und fesselnd präsentiert wird. Bei Streitereien begrenzt sich der Konflikt nicht nur auf Muskeln und Gewalt, auch Köpfchen und Geschick sind gefragt. Abwechslungsreicher kann eine Story kaum gestaltet werden. Die epische und lange Reise ist phänomenal umgesetzt worden.

Gon, Killua, Leorio und Kurapika entwickeln sich über die zahlreichen Folgen hinweg zu prächtigen Jungs. Zu Beginn noch unberührt von Gewalt, Hass und Kämpfen lernen sie bereits sehr früh das wahre Gesicht der Welt kennen.

Hunter x Hunter 2011 gon traurig

Gon wird qualvoll darüber belehrt, dass nicht in jeder Person oder Kreatur ein gutes Herz schlägt. Er muss für seine Freunde über sein eigenes Potenzial hinaus wachsen und seine eigene Gesundheit auf’s Spiel setzen, selbst wenn er dabei töten muss. Ein Kind, welches zum Mann wird.

Killua lernt seine Freunde zu schätzen. Zunächst ein blutrünstiger Killer der Schatten, der kein Erbarmen kennt, zum Ende hin ein einfühlsamer Junge, der sich für das Gute einsetzt.

Leorio, mit seinem großen Mundwerk, bleibt Leorio, der Schwätzer. Aber er erkennt die Wichtigkeit seiner Freunde und würde alles für sie riskieren.

Auch Kurapika erreicht eine neue emotionale Stufe, auf welcher er seinen Gefühlen freien lauf lässt und sein Herz gegenüber seinen Freunden öffnen kann. Er ist nicht mehr der einsame Krieger seines Clans, sondern ein junger Mann mit Freunden, welche ihm Halt und Hoffnung geben.

Doch nicht nur die Charaktere entwickeln sich über die Serie weiter, sondern auch die Welt wird von den Geschehnissen geprägt. Die politische Macht verteilt sich, Ortschaften werden verriegelt oder für die Öffentlichkeit zugängig gemacht, neue Hunter werden ausgebildet, alte Hunter sterben und so weiter. Die Welt fühlt sich mit all diesen Änderungen lebendig an.

Auch Antagonisten zeigen eine charakterliche Weiterentwicklung. Jeder Bösewicht hat trotz den üblen Taten seinen Charm und ist von mir in’s Herz geschlossen worden. Sie haben ihre Beweggründe und wurden von der Welt der Hunter geprägt, weswegen ihr damals noch reines Herz von Wut und Hass vergiftet worden ist. Es wird nicht blind ermordert, sondern strategisch versucht, die dunklen Machenschaften durchzusetzen.

Zu der wahrhaftig atemberaubenden Handlung und zu den wirklich klasse definierten Charakteren, wird mit Musik, mit einer super Synchronisation und einer sehr schönen Animation eine exzellent harmonierende Geschichte erschaffen, welche von Beginn an fesselt und das Staunen einem förmlich aufzwingt. Wahrliche Meisterwerke an Soundtracks sind über der ganzen Serie verteilt zu hören. Musik, welche auch ohne animierten Szenerien das gewollte Gefühl vermittelt. Und zusammengetragen mit der lieblich gestalteten Animation, ergibt dies eine unbeschreibbare Atmosphäre.

Ich selbst hatte von Folge #1 an meinen Spaß. Zu Beginn hatte die Serie auch noch etwas kindliches an sich. Die Hunter-Prüfung hat bereits gefesselt, doch die Welt wurde anschließend von Folge zu Folge grausamer, interessanter, abenteuerreich und unterhaltsamer. Selbst beim langsamen Voranschreiten der Story während des „Chimera Ant Arcs“, habe ich persönlich die Folgen genießen können (manch einer mehr, mach einer dann doch auch weniger). Und dennoch ist der „Chimera Ant Arc“ einer der absolut besten Arcs in einem Shōnen, welcher eine derartig große Anzahl an Folgen besitzt, den ich je gesehen habe. Die Antagonisten sind furchteinflößend und doch sympathisch. Sie haben innerhalb von einem Arc eine absolut fantastische Charakterentwicklung und überraschen mehr als nur einmal.

„Hunter x Hunter (2011)“ ist für mich ein Anime, der in jedem Punkt alles perfekt gemacht hat. Natürlich ist dies auch Geschmackssache, aber die weltweit aufgestellten Rankings, Bewertungen und Reviews sprechen dennoch für die Serie. Hier und da findet man auch mal kleinere Kritikpunkte, wie zum Beispiel eine einzelne, langweiligere Folge.

Würde es jedoch diese kleinen Kritikpunkte nicht geben, hätten wir keine Bestätigung dafür, dass dieser Anime von Menschenhand erschaffen worden ist.

Ein ganz klarer „Must-See“ für jeden Anime-Fan!

Hunter x Hunter 2011 Leorio Gon Killua Kurapika Glückliches BildStudio Seite

94%
94%
Excellent
  • Story
    10
  • Charaktere
    9,5
  • Animation
    9
  • Sound
    9
  • Unterhaltung
    10
  • User Ratings (1 Votes)
    9.4

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