Death Note Review

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Ein Thriller der Extraklasse ist durch den weltweit bekannten Anime „Death Note“ vor etlichen Jahren erschienen. Noch heute feiert man seinen Erfolg. Nicht ohne Grund wird die Serie als einer der besten Anime angesehen.

Handlung:

Was würdest du tun, könntest du wie ein Gott über Leben und Tod entscheiden? Würdest du für das Gesetz und für die Menschlichkeit morden? Oder wäre diese Fähigkeit reines Gift für dein Herz und würde dich zu Verbrechen verleiten?

Light Yagami, Schüler, überdurchschnittlich intelligent, sehr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn. Eines nachmittags sieht Light auf seinem Weg nach Hause ein Buch auf dem Boden liegen. Er hebt es auf und nimmt es mit sich. Bereits nach den ersten Zeilen des Buches erkennt der Schüler, dass es sich hierbei um kein normales Buch handeln kann. Das Schriftstück kann nicht einmal als Buch bezeichnet werden. Es ist vielmehr ein Werkzeug um zu töten.

Schockiert über das erlangte Wissen kann Yagami nicht glauben, dass eine derartige Art des Tötens existieren soll. Doch seine Neugierde ist geweckt. Er versucht es an einem Verbrecher… und tötet zum ersten, aber nicht zum letzten Mal.

Light kürt sich selbst zum neuen Gottes der Menschheit – Kira – und somit beginnt ein mächtiger Gerechtigkeitszug. Die Welt soll ein besserer Ort werden. Keiner soll mehr mit Mord, Betrug und Verbrechen jeglicher Art ungestraft davon kommen. Niemand! Doch dann tritt eine mysteriöse Person in die Geschichte von Kira ein – L. L ist ein Meisterdetektiv, der bereits unzählige unlösbare Fälle aufgedeckt hat.

Ein Katz und Maus-Spiel des höchsten Niveaus beginnt. Zwei überdurchschnittlich intelligente, ehrgeizige, von ihrer eigenen Definition über das Paradies auf Erden geprägte Menschen liefern sich ein Duell des Wissens, welches keine Grenzen an Opfern und Schrecken kennt.

Dann erscheinen auch noch die Shinigami – Todesboten, Geister – welche das Spiel noch interessanter gestalten werden. Sie wollen auch ihren Spaß an der Sache haben, schließlich war es ihr Plan, das Death Note in die Menschenwelt zu befördern. Vor allem der Name Ryuk wird seine Wichtigkeit erlangen.

  • Ein Death Note ist ein Buch, welches für gewöhnlich im Besitz eines Shinigami, eines Todesgottes, ist. Jedoch kommt es hin und wieder vor, dass so ein Death Note in der Menschenwelt landet. Das Buch verleiht den Shinigamis die Macht, die restliche Lebenszeit der Menschen zu erkennen sowie diese auf Null zu reduzieren – sie ermorden die Menschen.

    Erhält ein Mensch ein Death Note, so ist diesem möglich, unter gewissen Bedingungen Menschen zu töten. Der Shingiami des Buches ist dazu verpflichtet, den neuen Besitzer auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Stirbt der neue Besitzer, so kommt er weder in den Himmel, noch in die Hölle. Sie komme in das Nichts.

    Gibt der Besitzer das Death Note ab, so verliert er all sein Wissen, welches mit diesem Mordinstrument in Verbindung steht. Kommt er erneut damit in Berührung, erlangt er das verlorene Wissen zurück.

    Der Shinigami stellt sich für gewöhnlich auf keine Seite, sollte es zu Streitigkeiten kommen. Er ist auch nicht dazu verpflichtet, die Regeln genauer zu erläutern.

    Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein Death Note in der Menschenwelt für viel Chaos und Trauer sorgt. Den Shinigamis bietet es Unterhaltung.


Charaktere:

Light Yagami

Light Yagami Death NoteLight Yagami ist ein exzellenter Schüler, welcher durch seine überragende Intelligenz einer der klügsten Menschen Japans ist. Durch seinen überragenden Sinn für Gerechtigkeit verabscheut Light jegliche Art von Verbrechen auf der Welt. Leider erkennt er sehr früh, dass die Menschheit, welcher er viel Mitgefühl entgegenbringt, von Hass, Gewalt und Verbrechen besessen ist. Der Musterschüler möchte die aktuelle Lage der Dinge nicht akzeptieren, doch sind ihm als einfacher Mensch die Hände gebunden… bis er ein Buch findet.

„Death Note“ wird dieses Buch genannt. Durch die einzigartige Fähigkeit, Menschen von jeglichem Ort aus töten zu können, bestimmt Light Yagami sich selbst zum Gott einer neuen Welt. Er möchte die verdorbene Menschheit auslöschen und eifert exzentrisch einer perfekten Weltanschauung hinterher.

Mit großen Eifer strebt der junge „Gott“ einer friedlichen Welt entgegen. Sein Herz schlägt bei jedem ermordeten Verbrecher höher und höher. Doch schon sehr bald stellt sich ihm ein neuer Rivale entgegen – L.

Sein Rivale ist mindestens so schlau wie Light. L heftet sich an Lights Fersen und lässt nicht locker. Der Schüler befürchtet auszufliegen und benutzt sein Death Note, um von sich abzulenken. Morde hilfloser Menschen werden verübt. Mitmenschen werden von Light ausgenutzt. Sein Charakter formt sich in etwas unerwartet Böses.

Das Buch und der Wille, das Duell gegen L zu gewinnen, vergiften sein Verstand. Kaltherzig und ohne Skrupel mordet Light. Sein Mitgefühl scheint nicht mehr vorhanden, seine Mordlust umso geprägter zu sein.

Zunächst der Wunsch, einer perfekten Welt zu werden, hätte Light Yagami niemals gedacht, dass er ein Todesgott, eine Art Shinigami, werden würden.

L Lawliet

Death Note L LawlietEin affenähnliches Sitzverhalten. Vor Müdigkeit pechschwarz gefärbte Augenringe. Eine Ernährung rein basierend auf Zuckerbomben. Wer würde bei solchen Merkmalen vermuten, dass sich dahinter Light’s größter Rivale verbirgt?

L ist ein Detektiv. Ein Detektiv, dessen Fähigkeiten das menschliche Denken weit übersteigen. Seine unfassbare Intelligenz lässt ihn jeden noch so schweren Fall lösen. L’s Sinn für Gerechtigkeit macht ihn zu einem Kopfgeldjäger. Er jagt das Böse. Er jagt Verbrecher. Er jagt Light Yagami.

Selbst der Polizei ist die Identität sowie Aussehen des weltweit besten Detektivs nicht bekannt. Um sein eigenes Leben zu schützen, ermittelt L im Untergrund. Doch muss er sein Leben riskieren und sich ausgewählten Menschen präsentieren, um seinen wohl kompliziertesten Fall – die Suche nach Kira – zu lösen.

Sein äußeres Erscheinungsbild passt in kaum einen Punkt zu seinen präzisen und perfekten Schlussfolgerungen. Er hat chronischen Schlafmangel, zersauste Haare, ein blasses Gesicht, einen gebeugten Gang sowie Untergewicht. Doch all dies muss der Privatdetektiv in Kauf nehmen, um die Welt vor dem Bösen zu beschützen.

Seine gekrümmte Sitzposition hat den Sinn, dass sein Denkvermögen um gute 40 % gesteigert wird. Dadurch wird außerdem die Blutzirkulation gefördert. Er nimmt sehr viel Zucker zu sich, um seinen Schlafmangel zu kompensieren und da das Gehirn für eine bessere Konzentration diesen benötigt.

L ist als Kind nicht geliebt worden. Seine Eltern habe ihn im jungen Alter vor die Türe gesetzt und im Regen stehen lassen. Er wurde von einem Waisenhausbesitzer gefunden und aufgenommen. L hatte bereits als Kind Probleme damit, Freunde zu finden und war stets allein. Im Kindheitsalter konnte seine überragende Intelligenz bereits festgestellt werden.

Mit der Zeit lernt L Light Yagami kennen und betrachtet ihn sogar als eine Art Freund. Er weiß nicht, dass sein Vertrauen dem weltweit gesuchten Verbrecher „Kira“ zugetragen wird.

Auch ein gutherziger Mensch hat seine negativen Eigenschaften. So ist L ein begabter Lügner, was er selbst bestätigt, jedoch nicht stolz darauf ist. Da er ein begabter Menschenkenner ist und mit seinen exzellenten Beobachtungsfähigkeiten bereits kleine Änderungen am Auftreten von Menschen erkennen kann, nützt er sein Talent als Lügner, um seine Widersacher aus der Fassung zu bringen.

Amane Misa

Death Note Amane Misa blondAmane Misa, eine Verehrerin von Kira. Durch Light hat sie Rache für ihre Familie bekommen, was sie blind vor Liebe hat lassen werden. Sie ist ein Fotomodel, von welchem kaum ein Mann die Augen lassen kann. Sie versteht es zu Schauspielern und bietet ihre Dienste Light, der sie zu verwenden weiß. Zusammen werden sie die Menschheit auf den richtigen Weg führen.

Amane ist süß und sehr lebhaft, sexy, aber nicht sehr intelligent und naiv. Auch wenn sie hilfsbereit sein möchte, so versteht sie es, Light in Zwickmühlen zu führen. Hätte sie nicht ihre spezielle Fähigkeit, die Shinigami-Augen, mit welchen sie jegliche Namen und ihre restlichen Lebenstage erkennen kann, wäre sie womöglich ein weiteres Opfer von Light geworden. Im strategischen Kampf um den Sieg nimmt sie eine wichtige Rolle.

Wäre sie nicht blind vor Liebe, würde Amane merken, dass Light sie kaltherzig benutzt. Für ihn ist sie nur eine weitere Spielfigur auf seinem Schachbrett des blutigen Pfades.

andere Charaktere

In Death Note ist eine Vielzahl an unterschiedlichen Charakteren vertreten. Verschiedene Arten von Polizisten und Beamten, Mitschüler und Freunde sowie Familie von Light und L, privat ermittelnde Widersacher Kiras, Verehrer Kiras und so weiter.

Quantität schützt aber nicht vor Qualität. Die meisten Charaktere zeigen weder irgendeine Art von Entwicklung im Laufe der Handlung, noch wird ihre Vergangenheit genauer vorgestellt. Einzig und allein ihre Wichtigkeit im Kampfe gegen Kira bietet ihnen die Chance, ins Herz geschlossen zu werden. Ihnen wird eine typische Charaktereigenschaft zugeteilt, welcher sie ohne Wenn und Aber von Anfang bis Schluss folgen. Teilweise ohne Erklärung, teilweise unpassend.

Einige Charaktere, wie unter anderem Ryuk, muss man dennoch in Schutz nehmen. Sie wissen es, den Unterhaltungsfaktor auf einem hohen Level zu halten. Durch den Shinigami wird es zum Beispiel mysteriöser, lustiger und spannender. Er erkennt Dinge, welche keiner der Beteiligten auch nur erahnen können. Ryuk, der wohl einzige Shinigami, welcher Äpfel liebt, begleitet Light auf seiner Reise Thron der Welt. Er erklärt ihm die Regeln des Death Notes, die meisten zumindest, arbeitet sogar mit ihm zusammen, nur um seinem langweiligen Dasein etwas Spaß bereiten zu können.

Death Note Ryuk Shinigami

  • Vorweg möchte ich euch warnen, dass nun ein gravierender Spoiler aufgedeckt wird. Um meine Meinung zur Handlung sowie zu den Charakteren besser erläutern zu können, muss dieser Spoiler jedoch erwähnt werden.

    Man wird bereits während der ersten Episode von der unglaublich erfrischenden, neuen und überragend spannenden Handlung magisch angezogen. Die Sucht packt einen, welche einen zum stetigen Fortsetzen der Folgen verleitet.

    Der Kampf zwischen Light und L, zwei unglaublich sympathische Charaktere, welche beide überdurchschnittlich intelligent sind, lässt sich nicht in Worte fassen. Das wohl größte Problem dabei ist, dass man auf beiden Seiten steht. Zum einen möchte man Light die Welt regieren sehen, man möchte seine strategisch durchdachten Pläne funktionieren sehen. Auf der einen Seite aber ist L ein so extrem eigenartiger Charakter, welcher einsam zu sein scheint, dass man am liebsten für ihn als Freund da wäre. Man möchte auch ihn gewinnen sehen.

    Und dann geschieht es. Die Entscheidung, wer gewinnen soll, wird uns abgenommen. Light tötet L mit einem bösen Grinsen, mit einem widerlichen Plan. Er gibt sich als ein Freund aus und bringt seinen „Partner“ mit dem Death Note hinterrücks um. Der Schmerz war groß, wie ein Schlag in die Nieren. Einer der besten Charaktere aller Zeiten ist tot. Und er kommt nicht mehr zurück. Die Hoffnung hatte ich zunächst noch ein paar Folgen lang, doch vergebens.Death Note L Death Light Yagami kill

    Ein spannender Thriller hat nach ein wenig mehr als der Hälfte der Folgen sein Ende gefunden. Der atemberaubende Kampf zwischen L und Light ist zu Ende. Und schon taucht L’s Nachfolger auf. Es ist Near.

    Es scheint, als ob man ihm die gleiche verrückte Art wie L zutragen wollte. Er scheint eine Art Abbild von L zu sein. Light hat somit noch nicht gewonnen. Doch von den zwei tollen Männern ist nur noch einer übrig. Natürlich fiebert man seinem Sieg nach. Und dann stirbt auch Light. Er verliert gegen die Abklatsche von einem L.

    Ich muss zugeben, ich habe mich von diesem Twist niederbringen lassen. Ich konnte die folgenden Episoden nicht mehr genießen, zumindest nicht wie zuvor. Ich war traurig über L’s Tod. Ich war wütend auf Light. Und ich mochte den neuen Detektiv sowie den Verlauf der Handlung nicht. Doch muss man sagen, dass ich mir dadurch die Chance direkt vorab genommen habe, einer der besten Anime weiterhin genießen zu können.

    Nüchtern betrachtet hat der Anime ab L’s Tod an Niveau und Klasse verloren, war dennoch sehr gut. Das Ende war äußerst qualvoll, traurig und nostalgisch. Man hat eine lange Reise hinter sich gebracht und denkt zurück an den Tag, den dem Light sein Buch des Todes gefunden hat.


Animation:

Die Animation wurde der düsteren Handlung optimal angepasst. Eine regelrecht dunkle Welt mit einer traurigen Atmosphäre erhält dunkle Farben.

In Kämpfen zwischen Light und L werden die Farben Rot (Light) und Blau (L) verwendet, um optisch Szenen dem jeweiligen Charakter zuzuteilen. Blau steht wohl für Hoffnung, für das Gute. Rot wahrscheinlich für Mord, Hass, verdorbene Liebe.

Die Gesichtszüge unterliegen einer guten Animation. Ryuk, der verrückte Shinigami, hat tolle Gesichtszüge aufgetragen bekommen. So ist sein verrücktes Grinsen tatsächlich als verrückt definierbar. Das hinterhältige, fiese Grinsen von Light erhält einen unglaublich düsteren und guten Touch. Das ruhige und bedachte Nachdenken L’s wird mit einer ruhigen Farbe untermauert. Situationsbedingt werden die richtigen Farbtöne gewählt.

Es kommen im Anime nur wenig actionreiche Szenen vor. Meistens werden Monologe oder Gespräche gezeigt, welche durch tolle Kamerawinkel und Szenenwechsel interessant gehalten werden. Alleine schon beim Schreiben in das Death Note wird durch die Bewegung des Stiftes mit der Hand das Gefühl von Mordlust vermittelt. Der Stift funkelt im Dunkeln, das Gesicht Kiras hat ein breites, feuriges Lächeln im Gesicht, der unaufhaltsame Tod zeigt seine Macht sowie Wirkung.

Death Note Light und L blau und rot


Sound:

Mit dem ersten Opening „The World“, gesungen von der japanischen Band „Nightmare“, hat der Anime ein gutes Lied für die Einleitung einer spannenden Folge zugetragen bekommen. Der Text passt sehr gut zum Geschehen der Serie. Es wird über eine dunkle Welt gesprochen und über eine Zeit, in welcher der man eine hell scheinende Welt erblicken kann. Das Lied selbst ist kein typisches Ohrwurmlied und auch kein überragend gutes.

Das zweite Opening „What’s up, people?!“, von „Maximum the Hormone“ gesungen, ist ein gewagter Schritt gewesen. Das Lied definiert sich aus immer wiederholenden Wörtern, welche teilweise geschrien, teilweise mit growlener Stimme werden. Ob sie damit die breite Masse angesprochen haben, gilt zu bezweifeln.

Umso stärker sind dafür die Endings der Serie. Mit den zwei offiziellen Endings einer jeden Folge „Alumina“ sowie „Zetsubou Billy“ haben die zwei bereits erwähnten Bands Songs performt, welche in den Ohren lieblich das Ende einer tollen Folge erträglicher machen. Das erste Ending ist emotionaler und lässt einen nachdenklich auf die geschehenen Momente der Folge zurückblicken. Das zweite Ending ist sehr rockig und animiert förmlich dazu, seinen angespannten Gefühlen freien Lauf zu lassen.

Mit „Light’s Theme“ hat man einen Soundtrack komponiert, welcher mit jedem Atemzug in sich inhaliert wird. Perfekt passend zu einem sympathischen Charakter. Das Theme verdeutlicht die in Gedanken versunkenen Gefühle von Light und wie er strategisch vorgeht, um seinen Willen der Menschheit aufzuzwingen. Leichte Anspannung ist der Musik zu vernehmen, welcher Light bei einem Gegner wie L unterliegt.

Aber nicht nur mit dem Theme von Light, sondern auch mit „L’s Theme“ ist ein sehr gelungener Soundtrack in den Thriller-Anime integriert worden. L’s Wille, das Böse und somit Kira zu besiegen, wird durch den einmaligen und motivierenden Klang verkörpert. L’s ratterndes Gehirn mit den bis ins kleinste Detail durchdachten Plänen sind bei der Musik zu spüren. Die Gelassenheit L’s selbst beim Kampf um Leben oder Tod wird widerspiegelt. Nicht außer Acht zu lassen ist „L’s Theme (B)“.

Ein weiteres Highlight der begleitenden Soundtracks ist der Titel „Solitude“ (Kodoku). Einen Touch an Melancholie ist dem OST zu entnehmen, was dem Charakter von L neben der tollen Animation einen noch lebendigeren Status gibt, denn melancholisch erscheint er auf jeden Fall. Aber auch Light’s Arroganz und Selbstsicherheit wird dadurch untermauert. Ein Kampf der Titanen, welcher mit der Waffe Intelligenz ausgetragen wird.

Ein Liebhaber der Serie wird den OST „Death Note Theme“ auf Anhieb erkennen. Man fühlt sich dabei selbst wie ein Gott, dessen übermacht ihm bewusst ist. Die Spannung baut sich in einem auf, welche durch unvorhersehbare Ereignisse bis an die Spitze des Gipfels getrieben werden.

Die ganze Serie wird von toller Begleitmusik unterstützt. Die Klänge springen sofort zu Ohr und werden mit Genuss aufgenommen. Eine tolle, melancholische, spannende und „göttliche“ Stimmung kommt durch sehr gut komponierten Soundtracks auf.


Unterhaltung:

Wie erreicht man es, eine äußerst unterhaltsame Serie zu erfinden? Es benötigt eine neue, nicht absehbare und spannende Story. Es müssen sympathische Charaktere, welche auf Anhieb ins Herz geschlossen werden, von Anfang an eine wichtige Rolle einnehmen. Ein Plot wird benötigt, welcher jeden den Kinnladen automatisch auf den Boden fallen lässt, während die Augen so weit aufgerissen sind, dass ein jeder erschrecken würde. Es muss von Folge eins an bis zur letzten, von Sekunde eins an bis zur letzten etwas Fesselndes geboten werden, was zum Weiterschauen zwingt.

Diese Merkmale weist Death Note in jeglicher Hinsicht auf. Ein Buch, welches unter gewissen Voraussetzungen einen jeden Menschen tötet, ist eine innovative Story, welche viel Potenzial verkörpert, welches die Serie zu nutzen weiß. Doch selbst bei einem perfekten Verbrechen wie mit dem Death Note gibt es eine Person auf der Welt, welche selbst bei diesem Fall der Lösung gefährlich nahe kommt. Wodurch ein Katz-und-Maus-Spiel entsteht, welches vermagt, den Atem zu rauben.

Zu den Protagonisten baut man schon sehr früh sympathische Gefühle auf und man weiß somit nicht, ob man sich auf die böse Seite (welche von den Prinzipien her eigentlich gut ist) oder auf die gute Seite stellen soll.

Bereits von der ersten Folge an wird man in eine neue Geschichte geworfen, welche zu fesseln vermag. Ryuk, ein Shinigami, der einen mysteriösen Charakter hat, benutzt die Menschheit für seine Belustigung. Und die Menschheit tanzt nach seiner Pfeife. Sie dreht verrückt. Und das alles durch Light, ein Musterschüler mit einem zu sehr geprägten Gerechtigkeitssinn, der die Lust zum Morden für eine bessere Welt entdeckt hat.

Dabei kommt es weniger zu actionreichen Szenen, dafür mehr zu spannenden Momenten, in welchen L bereits vor der Haustüre zu Kira steht und ihm beinahe schon auf die Schliche gekommen ist. Light muss um mehrere Ecken decken, um seinen größten Rivalen besiegen zu können. Die strategischen Planungen und deren Umsetzungen sind sehr unterhaltsam mitanzusehen.

Vor allem zu den Zeitpunkten, an denen Mitmenschen teilweise sogar unwissentlich involviert und benutzt werden, wird alles noch komplizierter und aufregender. Ein falscher Schritt und der Gegenspieler weiß Bescheid. Light muss den Namen und das Aussehen des besten Privatdetektiven der Welt herausfinden. L muss den selbsternannten tötenden Gott Kira finden und in Gewahrsam nehmen.

Mit einer überdurchschnittlich guten Musik und einer düsteren Animation, welche sich unter anderen durch die Farbwahl hervorhebt, ist man von Anfang bis Schluss an den Bildschirm gefesselt und möchte wissen, wie der Machtkampf der Genies weitergeht.

Death Note Shinigamiaugen


Fazit / eigene Meinung:

Nach all dem Ruhm und den positiven Rezensionen über die Serie, konnte ich als Anime-Liebhaber kaum darauf warten, mit dem Anime zu beginnen.

Gerade erst bei der ersten Folge angelangt, war ich bereits weit in die Story vertieft. Ohne langes Warten wird man direkt in die Handlung geworfen. Durch den schnellen und spannenden Fortschritt der Geschichte fühlen sich die in Summe 37 Folgen nach wesentlich weniger an. Der Kampf zwischen Gut und Böse, Gott und Wissen, Light und L, wird in einer umfangreichen und packenden Story erzählt. Das Unwissen, auf welche Seite der zwei sympathischen Charakteren man sich stellen soll, lässt einen durchgehend mitfiebern.

Es ist beachtenswert, wie sehr die Fähigkeit, ungehindert morden zu können, das Herz eines Menschen vergiften und somit verändern kann. Natürlich war es zunächst ein nobles Ziel, welches Light verfolgt hat, doch wollte er schlussendlich seinen Rivalen um jeden Preis töten. Auf seinem Weg zum Thron kennt er keine Gnade. Unschuldige Mitmenschen werden benutzt und kaltblütig getötet, was ihn selbst zu einem Verbrecher macht, welche er doch so sehr verabscheut. Light verliert seine positive Weltanschauung und wird zu einem Todesgott, welcher gnadenlos schlachtet. Dennoch ist er äußerst sympathisch, denn sein cooler Charakter, seine überdurchschnittliche Intelligenz und sein atktraktiver Charme ziehen die Fans magisch an – so auch mich.

Doch genau so liebenswert ist Light’s Rivale, L. Er ist stets gelassen, bewahrt selbst im Angesicht des Todes einen kühlen Kopf und ist der in meinen Augen intelligenteste Anime-Charakter, welchen es gibt. Nicht nur mit Köpfchen geht L vor, sondern auch mit offensiven Strategien, mit einer genauen Inspektion des Verhaltens und der nonverbalen Bewegungen seines Gegenübers überwältigt er das Böse. Er wirkt sehr einsam und traurig, melancholisch. Ich wäre ihm selbst am liebsten ein Freund gewesen und hätte mit ihm Unmengen an Süßigkeiten gegessen. Er versteht es aber auch, zu spaßen. Seine Witze sind oft stumpf und er selbst lacht dabei kein bisschen, doch sie sind unterhaltsam.

Ich persönlich fand die restlichen Charaktere, bis auf wenige Ausnahmen wie zum Beispiel Ryuk, als zweidimensional. Man kennt weder deren Lebensträume, noch deren Vergangenheit. Sie wollen Kira schnappen, da er ein Schwerverbrecher ist, doch diese Motivation selbst lässt sie nicht entwickeln. Die oft oberflächlichen Charaktere können dennoch durch ihre Wichtigkeit in der Handlung und durch besondere Eigenheiten die Folge interessanter gestalten.

Death Note Yagami Light

Den Charakter Amane Misa war für mich zu Beginn ein sehr nervender Charakter, welcher sich nicht großartig ändert, jedoch mehr und mehr Teil von Death Note wird. Ihr aufdringliches Verhalten und die naive Art, welche Kira stellenweise schon fast den Sieg gekostet hätte, kann die Laune senken. Doch nach einer gewissen Zeit verliert sie ihre Wichtigkeit und bleibt als Nebencharakter zur Unterhaltung bestehen.

Die Animation sowie die Soundtracks des Anime haben mich definitiv angesprochen. Mit theatralischer und melancholischer sowie epischer Musik wird die Handlung in Form von Klang 1:1 wiedergegeben. Die Musik-Themen der Charaktere sind perfekt abgestimmt und treffen auf diese voll und ganz zu. So manch eine normale Szene, in welcher durch das Death Note gemordet wird, wird durch eine glorreiche Musik zu spektakulären Momenten gemacht.

Was mir besonders gut gefallen hat, ist die farbliche Differenzierung der zwei Rivalen Light und L. Light wird in Momenten, in welchen er Pläne schmiedet, L gegenüber steht, sich selbstsicher fühlt und so weiter mit rötlichen Hintergrundfarben und einer düsteren Atmosphäre hervorgehoben. L hingegen erhält ein dunkles Blau, welches die Differenzierung zum mordenden Gott darstellt.

Der Anime bietet in meinen Augen genug spannende Momente, obwohl es nur zu sehr wenig actionreichen Szenen kommt. Das Katz-und-Maus-Spiel ist toll umgesetzt worden und wird nie langweilig. Die Atmosphäre ist eine Wucht, denn man kann sich in die grausame Welt hineinfühlen. Doch leider kommt es nach etwas über der Hälfte zu einem zweiten Abschnitt der Geschichte, einen Arc 2. Mit Beginn dieses Abschnittes ist für mich Death Note um einiges an Niveau gesunken. Ich war definitiv auch voreingenommen und konnte einfach nicht über meinen eigenen Schatten springen. Dennoch habe ich den zweiten Arc genießen können.

Das Ende ist einfach nur perfekt. Es fühlt sich an, als ob man nach einer langen, blutrünstigen und atemraubenden Reise an sein Ziel kommt, nur um nach dem Ende selbst Trauer und Wut entgegenzublicken.

Der Anime regt zum Nachdenken an. Was würde wohl Unsereiner tun, sollte er eine derart große Macht besitzen? Wären wir klüger und würden uns nicht dazu verleiten lassen, eine utopische Welt zu erschaffen? Oder wäre unser Herz durch den Wunsch nach Frieden ebenfalls überlastet und würde genau das Gegenteil in unser Innerem bezwecken?

Light und L. Ein nobler Held, der dem Bösen verfällt. Ein kluger Detektiv, der bereits viele Leben gerettet hat, doch sein eigenes Ich scheint bei ihm zu kurz zu kommen. Eine fesselnde Geschichte, die keine Grenzen kennt.

Deathnote Logo

 

Madhouse Studio

90%
90%
Awesome
  • Story
    10
  • Charaktere
    9
  • Animation
    8
  • Sound
    9
  • Unterhaltung
    9
  • User Ratings (2 Votes)
    8.9

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